
Der Megatrend „Digitalisierung“ macht auch vor der Sozialwirtschaft nicht halt. Doch was hat der digitale Wandel mit der Pflege- und Gesundheitsbranche zu tun?
Wo bleibt die Digitalisierung in der Sozialbranche?
Betrifft dies nicht nur internationale Konzerne?
Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH:
„Auf keinen Fall. Auch im sozialwirtschaftlichen Bereich führt kein Weg am digitalen Wandel vorbei. Eine Umstellung auf digitale Prozesse kann die Branche immens voranbringen und für ‚mehr Hände am Bett‘ sorgen.“
Allerdings schwingt beim Stichwort „Digitalisierung“ häufig die Angst vor Wegrationalisierungen mit.
Karsten Glied:
„Beim digitalen Wandel in der Sozialwirtschaft geht es nicht darum, Arbeitskräfte zu ersetzten, sondern im Gegenteil die Pflegekräfte zu entlasten, damit sie mehr Zeit für den Dienst am Menschen haben.“
Digitalisierung fängt im ganz Kleinen an, beispielsweise bei einer schnellen Internetverbindung oder dem automatischen Staubsauger, der zusätzliche Arbeit abnimmt.
Karsten Glied:
„Kleine Veränderungen, die Großes bewirken können.“
Ohne Strategie – kein Plan
IT und Telekommunikation gehören heute zu den fundamentalen Arbeitsmitteln, auch in der Sozialwirtschaft. Sie müssen zuverlässig arbeiten, sicher, einfach und intuitiv bedienbar sein. In diesem Bereich hat die gesamte Branche noch immensen Nachholbedarf. Um die richtigen Schritte in Richtung Digitalisierung zu gehen, ist eine durchdachte Strategie vonnöten. Nur wenn sich Einrichtungen und Verbände fragen, was sie wirklich brauchen, wie dies zu erreichen ist und ob die Anpassungen von den Mitarbeitern mitgetragen werden, kann ein Digitalisierungsvorhaben gelingen.
Karsten Glied:
„Die Verantwortlichen müssen sich aktiv um eine Strategie bemühen. Der digitale Wandel muss endlich auch im Gesundheitssektor als strategisches Thema begriffen werden.“
Digitale Klassiker
Gerade in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheime können vernetzte IT- und Kommunikationslösungen das Personal unterstützen und Zeit für das Wesentliche schaffen: die Pflege direkt am Menschen. Eine verlässliche Kommunikation und Planung sowie Dokumentation sind entscheidend für die Prozesse in sozialen Einrichtungen. Gerade digitale Lösungen für den Verwaltungsbereich, wie etwa die elektronische Pflegedokumentation oder die Dienstplanung, erleichtern den Arbeitsalltag enorm.
Karsten Glied:
„Weniger Verwaltung, mehr Zuwendung – das sollte das Motto der Branche sein.“
Teil eines digitalen Ausbaus sind auch passgenaue technische Lösungen wie Bewohner-Telefonie, intelligente Lichtrufanlagen bis hin zu integrierten Hinläuferschutzlösungen.
Mobile Pflege braucht mobile Lösungen
Auch in der ambulanten Pflege kann die Digitalisierung für ein effizienteres Arbeiten und damit für mehr Zeit bei den Hausbesuchen sorgen. Ein mobiler Zugriff auf Klientendaten, Dokumentation, Tourenplanung und Kalender ermöglicht ein flexibles und sicheres Arbeiten. Anstatt nach der Tour noch alle Tätigkeiten im Büro erfassen zu müssen, sind die Daten bereits MDK-konform gespeichert und zugänglich. Die Kostenträger fordern schon lange „ambulant vor stationär“ – dies bedarf immer effizientere Lösungen, die den Verwaltungsaufwand minimieren und so für mehr Spielraum beim Hausbesuch sorgen. Entscheidend bei der Auswahl digitaler Lösungen sollten immer die sichere und komfortable Bedienung sowie der Nutzen für den Tagesablauf des Pflegepersonals sein. Ein solches System muss alle Leistungen komplett und übersichtlich erfassen und eine minutengenaue Dokumentation der Pflegezeiten zur Abrechnung ermöglichen.
Unterstützung für den Alltag
Lange eigenständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden – diesen Wunsch begünstigen alltagsunterstützende Assistenzlösungen und bieten Sicherheit und Freiheit für den Menschen und seine Angehörigen. Diese digitalen Lösungen sind ein wichtiger Baustein in der Betreuung von Bedürftigen: Sie unterstützen Bewohner und Pflegepersonal beispielsweise bei der Sturzerkennung, setzen einen automatischen Notruf ab, lösen einen mobilen Alarm mit GPS-Ortung aus oder schalten automatisch den Herd aus.
Karsten Glied:
„Eingebunden in qualifizierte Pflege und oder Betreuung kann der Wechsel in stationäre Einrichtungen erheblich verzögert werden.“
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